Trends der IFA

Die großen Trends der Funkausstellung, kritisch betrachtet

Der Unterhaltungselektronik-Branche kann man vieles vorwerfen, aber nachtragend sind die Hersteller sicherlich nicht. Sie nehmen es den Konsumenten nicht übel, dass die sich dem Trend 3D beharrlich verweigert haben. Noch vor zwei Jahren als unverzichtbare Technologie gepriesen, ohne die man hoffnungslos rückständig sei, sucht man heuer bei der IFA (Internationale Funkausstellung in Berlin, seit heute offiziell gestartet) entsprechende Geräte, Slogans und Werbeträger nur mit viel Mühe. Heuer ist Ultra-HD, also besonders hochauflösendes Fernsehen, ein wichtiger Trend. Aber im Vergleich zur 3D-Euphorie sind die Anbieter vergleichsweise zurückhaltend. So mancher Produzent wie Toshiba wartet überhaupt lieber ab, ob die Konsumenten sich von National-Geographic-Videos oder Aufnahmen von der Fußball-WM zum Kauf der derzeit noch recht teuren Super-Fernseher überzeugen lassen.

 

Auffälligkeiten gibt es aber noch weitere auf der IFA, hier einige Trends:

 

Android statt iPhone

In den vergangenen Jahren war Apple trotz Absenz das große Thema gewesen: Tausende iPhone-Hüllen, sinnloses iPad-Zubehör, Nachahmnerprodukte machten die IFA zu iFA. Heuer wendet man sich endgültig der Android-Welt zu, auch wenn in wenigen Tagen der iPhone6-Hype losbricht.

Tragbares

"Wearables" wurden schon im Vorfeld als großes Thema gepriesen, Hersteller wie Samsung, LG und Sony haben diverse Uhren und Ähnliches im Sortiment. Aber auch tragbare Kameras nach dem Vorbild der GoPro gibt es fast in jeder Halle. Wir alle sind ja Abenteurer und brauchen beim Bergsteigen, Skifahren oder im innerstädtischen Öffi-Verkehr unbedingt ein Aufnahmegerät, um später andere mit verwackelten Videos quälen zu können.

 

Fernsteuerung im Haushalt

Dass Waschmaschinen waschen, Wasserkocher kochen und Elektroherde heizen ist natürlich zu wenig, um die innovationsbegeisterten Massen anzulocken. Fernsteuerung lautet das Zauberwort, so kann man den Wasserkocher von der Couch aus aufdrehen (kommt der Tee dann geflogen?), den Trockner vom Büro aus einschalten (macht sicher jeder...) und den Kühlschrank nach seinen Wünschen fragen.

Projektion der Zukunft

Mini-Projektoren, die Urlaubsbilder, Gruselvideos vom Verwandtentreffen oder YouTube-Blödheiten an die Wand werfen, wurden von den Forschungsabteilungen der Großkonzerne offenbar als riesiger Trend entdeckt. Im Schlaf-, Wohn-, Badezimmer und eventuell sogar auf der Toilette sollen wir die verwenden, wobei die Notwendigkeit zur menschlichen Interaktion auf ein Minimum sinkt, weil wir unsere "Lebensinhalte" ja dann via Bluetooth oder NFC teilen, statt darüber zu reden. Wenn möglich in Ultra-HD....